Sanierung abgeschlossen. Velos vergessen?

voltshift 20. Sept. 2026

Grossartig, was aus ein paar Jahren Planung alles entstehen kann. Der Trottoirbereich(3.5-4m breit) wurde auf Kinderwagen-Überholspur-Niveau ausgebaut. Zwei Zwillingskinderwagen können sich hier problemlos kreuzen, überholen und vermutlich noch ein Schwätzchen halten.
Beim Veloverkehr bin ich mir allerdings nicht ganz sicher, ob da noch etwas kommt oder ob das bereits die finale Version ist. Vielleicht fehlt nur noch der symbolische Velostreifen mit 30 cm Breite am Fahrbahnrand. Besonders interessant ist der Vergleich mit früher: Auf der Geissmattbrücke gab es bereits einen markierten Radstreifen. Nach dem Umbau scheint die Philosophie jetzt eher zu sein: "Velofahrende finden schon irgendwie ihren Weg." Immerhin bleibt genügend Platz, damit man als Velofahrer die vorbeifahrenden Autos aus nächster Nähe betrachten kann. Aber vielleicht bin ich einfach zu ungeduldig und die Veloinfrastruktur kommt noch.

Dieser Spot wurde in der Zwischenzeit verbessert.

Offizielle Antwort
Besten Dank für den Eintrag. Die Baustelle ist noch nicht abgeschlossen. Daher eine kleine Bitte: vor solchen Einträgen entweder abwarten, bis die Baustelle abgeschlossen ist oder sich vor dem Eintrag über das betroffene Projekt informieren. Damit können auf beiden Seiten Ressourcen gespart werden.

Eine Kurzrecherche zeigt, dass das Velo nicht untergegangen ist. Die bestehende T30 Zone wird verlängert. Innerhalb einer T30 Zone gibt es i.d.R. keine separate Radinfrastruktur, davon ausgenommen sind Radstreifen in Steigungen. Vor der T30 Zone auf der Geissmattbrücke bleiben die Radstreifen im Minimum bestehen, teilweise in den nächsten Wochen noch verbreitert. Ein Neuer Aufgang (Fahrtrichtung Geissmattbrücke) ermöglicht einen nahtlosen Übergang zwischen der Velostrasse St.-Karli-Strasse und der Brücke für ungeübte Velofahrende. Wie das nach Bauende ungefähr aussehen wird, kann der Visualisierung unter dem Link entnommen werden: https://www.stadtluzern.ch/projekte/bau/48124

8 Kommentare

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Stadt Luzern

21. Sept. 2026

Besten Dank für den Eintrag. Die Baustelle ist noch nicht abgeschlossen. Daher eine kleine Bitte: vor solchen Einträgen entweder abwarten, bis die Baustelle abgeschlossen ist oder sich vor dem Eintrag über das betroffene Projekt informieren. Damit können auf beiden Seiten Ressourcen gespart werden.

Eine Kurzrecherche zeigt, dass das Velo nicht untergegangen ist. Die bestehende T30 Zone wird verlängert. Innerhalb einer T30 Zone gibt es i.d.R. keine separate Radinfrastruktur, davon ausgenommen sind Radstreifen in Steigungen. Vor der T30 Zone auf der Geissmattbrücke bleiben die Radstreifen im Minimum bestehen, teilweise in den nächsten Wochen noch verbreitert. Ein Neuer Aufgang (Fahrtrichtung Geissmattbrücke) ermöglicht einen nahtlosen Übergang zwischen der Velostrasse St.-Karli-Strasse und der Brücke für ungeübte Velofahrende. Wie das nach Bauende ungefähr aussehen wird, kann der Visualisierung unter dem Link entnommen werden: https://www.stadtluzern.ch/projekte/bau/48124

voltshift

21. Sept. 2026

Perfekt. Wieder einmal eine Lösung, die auf dem Plan grossartig aussieht. Jetzt müssen sich nur noch die Autofahrer daran halten, Velos in der 30er-Zone nicht zu bedrängen oder zu überholen. Das funktioniert bekanntlich bereits heute tadellos, nicht. Da hilft auch das aufgemalte 30er Zeichen nicht. Farbe ist keine Infrastruktur.
Vielleicht bin ich auch nicht qualifiziert genug, um zu erkennen, weshalb ein paar zusätzliche Meter Tempo-30-Zone plötzlich ein Velokonzept ersetzen.

Mich würde einfach interessieren, ob bei solchen Projekten jemand verpflichtet ist, die Strecke selbst mit dem Velo zu fahren. Manche Dinge erkennt man nämlich erst, wenn man nicht vor dem Bildschirm, sondern auf dem Sattel sitzt. 🚲😉

veloflitz

22. Sept. 2026

Nicht mal auf dem Plan sieht es grossartig aus: Man sieht doch auf der Visualisierung schon den Konflikt: Habe die Velospur von der Brücke mal virtuell verlängert (siehe zusätzliches Foto). Spätestens bei der Verengung wird der Autofahrer der Velofahrerin mit den weissen Hosen doch den Weg abschneiden. 🫣

@Stadt Luzern: Wie soll man sich denn an der Verengung als Velofahrenden verhalten? Hand raus und in die Mitte ziehen?

Stadt Luzern

22. Sept. 2026

Im Vergleich zum Bestand wird die Situation klar verbessert. Bisher hörte der (untermassige) Velostreifen bei T50 praktisch an der gleichen Stelle auf. Neu wird die Höchstgeschwindigkeit beim Übergang gesenkt und anstatt einer nicht befahrbaren Sperrfläche ein befahrbarer Mehrzweckstreifen eingeführt. Die Überholvorgänge, die mit der Homogenisierung der Fahrgeschwindigkeiten abnehmen sollten, können damit mit tieferen Geschwindigkeiten und mit mehr Abstand erfolgen. Dies ist für alle sicherer.

voltshift

22. Sept. 2026

@veloflitz
Jetzt warte doch erst einmal ab. Zuerst baut man etwas. Dann kommt irgendwann die Signalisierung. Dann beobachtet man ein paar Jahre. Dann analysiert man die Situation. Dann erstellt man einen Bericht. Dann analysiert man den Bericht. Und dann prüft man mögliche Massnahmen.
Bezüglich der Verengung bin ich auch noch etwas unsicher. Gilt dort künftig das Autobahnprinzip?Also wer auf den verbleibenden Fahrstreifen will, muss sich einordnen und den bereits Fahrenden Vortritt lassen? Ich freue mich jedenfalls auf die empirische Auswertung 2029, die uns dann verrät, ob die heute schon offensichtlichen Konflikte (die ich zufällig schon beobachten konnte) tatsächlich existieren.

voltshift

22. Sept. 2026

@Stadt. Ah, jetzt verstehe ich die Verbesserung. Früher gab es einen Velostreifen und daneben eine schraffierte Fläche, die zwar offiziell nicht befahrbar war, in der Praxis aber zusätzlichen Raum bot. Farbe ist keine Infrastruktur.
Heute gibt es keinen Velostreifen mehr, die schraffierte Fläche verschwindet, der Fussweg wird auf über 4 Meter verbreitert und die verbleibende Fahrbahn wird enger. Und das soll nun eine Verbesserung für den Veloverkehr sein. Physik war bei mir in der Schule wohl zu sehr Hauptfach. Deshalb tue ich mich etwas schwer mit der Vorstellung, dass weniger verfügbare Breite plötzlich mehr Platz ergibt🤦‍♂️. Aber vielleicht funktioniert Geometrie in Verkehrsprojekten anders als im Rest der Welt.

michid

22. Sept. 2026

Oh ein Mehrzweckstreifen, auch Luzern geht mit der Mode. Leider hauptsächlich ein Euphemismus dafür weiterhin den MIV zu bevorzugen.

veloflitz

22. Sept. 2026

Ich wills nicht ins Lächerliche ziehen und finde es toll, dass die Stadt Luzern hier so rasch antwortet. Danke dafür!

Aber den Mehrzweckstreifen verstehe ich tatsächlich auch nicht. Welchen anderen Zwecken als Überholmanöver soll er denn sonst noch dienen? Die neue BusFahrbahnhaltestelle macht man damit doch auch gleich wieder redundant. Autos können Busse ja einfach auf dem Mehrzweckstreifen überholen?

Ich geb der Stadt jetzt mal die Chance und warte das Endergebnis ab. Vielleicht kommts ja besser als erwartet.

Bearbeitet: 22. Sept. 2026, 20:13:23