VVR: Velokontrollen versus Durchgangsverkehr

samuvelo 21. Aug. 2026

Liebe Mitarbeitende von DAV und Stadtpolizei
Liebe Zuständige für Verkehrsregime und Durchsetzung

Der Post hat einen 🟢👍 und einen 🔴👎 Daumen. Wir starten positiv (mit aber)...

🟢👍 Velokontrollen VVR: Auf LinkedIn hat die DAV über die Velokontrollen vor dem Schulhaus Mühlebach informiert. Ich finde es super, dass ihr die Schulwegsicherheit kontrolliert. Wie ich z. B. beim Bullingerplatz immer wieder sehe ist dies ein wichtiges Unterfangen. Und ich vermute viele Velofahrende unterstützen solche Kontrollen – auch wenn wir (mich eingeschlossen) uns selbst auch dann und wann an der eigenen Nase nehmen müssen.
Das Ignorieren von Vortrittsrechten schwächerer Verkehrsteilnehmenden sollte m.E. konsequent geahndet werden – dies gilt allerdings für alle Verkehrsmittel. Es ist mir natürlich bewusst, dass bei einer VVR primär die Velofahrenden im Fokus stehen (auch wenn... siehe Punkt 2). Ich hoffe aber sehr, dass die Massnahme allen Verkehrsteilnehmenden, ungeachtet Anzahl Rädern, gilt. Vielleicht wäre es sinnvoll, dies online auch entsprechend zu benennen, damit daraus nicht wieder das altbekannte Velobashing in den Kommentarspalten entsteht.

🔴👎 Durchgangsverkehr: Ihr schreibt auf LinkedIn, dass die Massnahme aufgrund einer Reaktion der Schule und eigener Beobachtungen ergriffen wurde. Die Sicherheitsdefizite durch unerlaubten Durchgangsverkehr vor den Schulhäusern und Kindergärten am Bullingerplatz, Hardau, Herdernstrasse, Kappeli Primar und Sekundar sind euch allerdings ebenfalls seit Jahren bekannt (unerlaubt, da der behördenverbindliche Richtplan vorgibt, diesen Verkehr auf dem Kantons- oder Sammelstrassennetz zu führen). Und auch die Schule hat sich meines Wissens dazu bereits bei der DAV gemeldet.

💡⚠️ Ich vermute ihr seht, worauf ich hinauswill: Velos (und natürlich auch Autos), die vor dem Fussgängerstreifen oder in Begegnungszonen nicht anhalten, gehören m.E. nicht nur freundlich informiert, sondern eigentlich gebüsst (wie gesagt, ich nehme mich dabei nicht aus). Es ist m.E. eine relativ effektive Methode, um mal wieder über das eigene Verhalten im Strassenverkehr nachzudenken und es zu reflektieren.
Der viel grössere Teil des Problems (zumindest auf der Baslerstrasse-Bullingerstrasse) ist aber der MIV, der dort gar nicht fahren sollte. Diesen lässt ihr seit Jahren trotz Strassennetzplan vor den Schulen durchkurven. Oft sind die Lenkenden mit einem gewissen Selbstverständnis unterwegs, als seien diese Strassen primär für Autos und Lastwagen gebaut – auch wenn ein 2x2m-Velosymbol oder ein Fussgängerstreifen markiert oder ein Einbahnschild montiert ist. Das führt neben den grundsätzlichen Problemen (verstopfte Strassen = Querungsprobleme insbes. für Kinder, eingeschränkte Sicht, zuparkierten Velo- und Fussgängerstreifen durch Anlieferungen oder «Ich muss nur kurz …» etc.) auch immer wieder zu gefährlichen Situationen.

Bitte nehmt euch dieses Problem ebenfalls – und inzwischen wirklich dringend und konsequent – an. Wir warten seit Jahren auf sichere Schulwege.

(p.s. Schulweg.ch ist mir bekannt, aber dort ist leider etwas tumbleweed-Stimmung)

3 Kommentare

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dieghe

21. Aug. 2026

https://www.tagesanzeiger.ch/velovorzugsrouten-in-zuerich-buergerliche-gehen-gegen-velostrassen-vor-obwohl-autos-gefaehrlicher-fuer-schulkinder-sind-592347356248

samuvelo

21. Aug. 2026

Danke. Wie gesagt, die Thematik ist schon länger bekannt...

Auch wenn wir Velofahrenden sicher noch Optimierungspotenzial haben, finde ich, dass solche Massnahmen den Fokus verschieben. Sie verstärken den Eindruck, dass das Velo das eigentliche Problem sei, obwohl es in vielen Fällen um ganz andere Fragen der Verkehrssicherheit geht. Und dies verfestigt sich dann in den Köpfen von nicht-Velofahrenden und bestätigt sie in ihrem Narrativ - obwohl eben anderes problematischer ist.

Deswegen ist m.E. (neben der Unterbindung des Durchgangsverkehrs) die Kommunaikation besonders wichtig: es geht darum, dass alle Verkehrsteilnehmenden vor den Schulen die Vortrittsrechte der Zufussgehenden einhalten müssen. Das Velo ist nicht mehr und nicht weniger mühsam als alle Andern auch.

Bearbeitet: 21. Aug. 2026, 11:39:48

maui

21. Aug. 2026

Bürgerliche politisieren schon länger am Volk vorbei.
Den Klimawandel leugnen Sie auch..... (oder verstehen ihn nicht)
Veloförderung und reduktion des Autoverkehr wäre EINE Maßnahme davon.

Dass es sehr wohl geht zeigt Paris.

Bearbeitet: 24. Aug. 2026, 17:41:08