Begegnungszone ja – aber das Fahrverbot schiesst komplett am Problem vorbei
Es ist grundsätzlich zu begrüssen, dass die Stadt die Velonutzung fördern will. Das ist richtig und längst überfällig.
Was für mich aber völlig unverständlich bleibt, ist das Fahrverbot auf dieser Strecke.
In einer bestehenden 30‑Zone hätte es vollkommen ausgereicht, die Vortrittsregelung anzupassen. Die Sicht ist überall frei, die Geschwindigkeit tief, und die Konflikte entstehen nicht wegen fehlender Infrastruktur, sondern wegen der aktuellen Vortrittsbelegung. Das wäre mit minimalem Aufwand lösbar gewesen.
200 m weiter, an der Horwerstrasse, verschärft sich die Situation massiv: Dort fahren die Autos 50 oder 60 km/h, und genau dort ist es für Velofahrende deutlich gefährlicher. Trotzdem wird ausgerechnet der Abschnitt gesperrt, der am einfachsten und sichersten regulierbar wäre.
Für die Anwohner wird es zusätzlich schwierig:
Mit dem Fahrverbot wird man komplett vom Quartier abgeschnitten. Die Bireggstrasse und die Obergrundstrasse ist jetzt schon überlastet, im Feierabendverkehr steht dort alles. Und von der Voltastrasse kommt man praktisch nicht mehr ins Neustadt‑Quartier hinein.
Wie gedenkt die Stadt das zu lösen?
Wenn man von der Voltastrasse ins Neustadt‑Quartier will, bleibt einem dann ernsthaft nur der Weg einmal durch die halbe Stadt, um zur eigenen Wohnung zu kommen?
Hier braucht es dringend flankierende Massnahmen, statt einfach eine Regelung zu beschliessen, die neue Probleme schafft, ohne die bestehenden zu lösen.
Dieser Spot wurde in der Zwischenzeit verbessert.
Mit der Vortrittsanpassung wird dem hohen Veloverkehrsaufkommen auf dem Freigleis Rechnung getragen. Priorisierungen von Radwegen sind nur gegenüber untergeordneten Nebenstrassen möglich. Bei der Horwerstrasse handelt es sich um eine Kantonsstrasse.
12 Kommentare
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Konto erstellenveloflitz
18. Aug. 2026
Wie kommt man von der Voltastrasse ins Neustadt-Quartier?
Ganz einfach: Mit dem Velo, zu Fuss oder mit dem ÖV.
Für Distanzen von wenigen hundert Metern wäre eine Autofahrt doch schon sehr unverhältnismässig, oder nicht?
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zwitserfietser
17. Aug. 2026
Ich glaube, du bist im falschen Forum gelandet...
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voltshift
17. Aug. 2026
Warum soll das „falsche Forum“ sein?
Ich bin selber Velofahrer – genau deshalb betrifft mich das Thema direkt. Und gerade aus Velosicht ist das, was die Stadt rund um die Villenstrasse macht, ein einziges Flickwerk. Die geplanten Anpassungen verbessern die Situation nicht wirklich, weil die gefährlichen Stellen weiterhin bestehen bleiben. Es wird einfach mehr Veloverkehr durch die Gegend geführt, ohne die kritischen Punkte zu entschärfen.
Die Verbindung zum Freigleis ist super – keine Frage. Aber am Ende steht man wieder vor derselben Frage: Wie geht’s weiter?
Dann kommt die nächste gefährliche Stelle, dann muss man die Neustadtstrasse entlang fahren, und bei Gleis Null wartet erneut eine halbgare Lösung. Es ist immer dasselbe Muster: Ein Stückchen wird verbessert, aber der Gesamtfluss bleibt kaputt.
Man muss nicht alles gut finden, nur weil es „für Velos“ ist.
Wenn die Infrastruktur am Ende nicht durchgängig, nicht sicher und nicht logisch ist, bleibt es Flickschusterei – egal wie viele schöne Begriffe man darüber schreibt. Was es bräuchte, ist ein Gesamtkonzept, das die Route als Ganzes betrachtet und nicht nur einzelne Abschnitte kosmetisch überarbeitet.
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veloflitz
18. Aug. 2026
Ein Gesamtkonzept gibt es doch. Das Velonetz:
https://www.stadtluzern.ch/projekte/mobilitaet/57965
Ich finde, die Stadt hat in den letzten Jahren sehr viele kleine, aber wichtige, Flicken umgesetzt. Die sind auf der Website auch aufgezählt. Deine Vision, dass alles auf einmal umgesetzt wird, ist einfach nicht machbar.
Der Weg von Horw/Kriens via Freigleis, Neustadtstrasse, Gleis Null bis zum Bahnhof ist, wenn mans mit dem Zustand von vor 10 Jahren vergleicht, doch schon ein riiiesiger Unterschied! Ich jedenfalls fühle mich deutlich sicherer als zuvor.
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radtlos
17. Aug. 2026
Ich verstehe den Eintrag nicht. Das hier ist ein Veloforum und nicht ein Autoschutzforum.
Die vorgesehene Veränderung ist positiv weil:
- Velohauptroute bei Villenstrasse.
- Vortritt für Velos vom Freigleis herkommend bzw. nur die "Vortittrsregelung" anzupassen an dieser Stelle reicht sicher nicht, wenn Autos mit 30km/h durchbrettern. Die Sichtwinkel sind alles andere als gut.
- Es hat heute sehr viel Schleichverkehr genau an dieser Stelle. Das ist gerade für die Anwohner:innen sehr mühsam.
- Die Begegnungszone und weitere Umbauten werten das Quartier massiv auf und tragen deutlich zur Sicherheit des angrenzenden Schulhauses bei.
- Ein Fahrverbot für Durchgangsverkehr hat noch nie ausgeschlossen, dass Anwohner:innen nicht zu ihren Wohnungen fahren dürfen. Woher diese irritierende Annahme?
Einzig dem Hinweis zur Horwerstrasse kann deutlich zugestimmt werden. Diese Querung ist äusserst gefährlich, weil dort tatsächlich Autos/Busse/Lastwagen mit 50-60km/h durchbrettern und die Sichtwinkel total ungenügend sind.
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voltshift
17. Aug. 2026
Dass der Schleichverkehrsanteil hoch ist, überrascht ehrlich gesagt niemanden – der entsteht ja nicht einfach so, sondern weil die Hauptverkehrsachsen überlastet sind und man aus dem Quartier schlicht nicht mehr herauskommt, ohne irgendwo im Stau zu stehen. Wenn man dann zusätzlich ein Fahrverbot einführt, verschärft man genau dieses Problem weiter. Am besten sperrt man dann gleich noch die Sternmattstrasse – dann ist das Quartier endgültig „entlastet“, weil man dort einfach gar nicht mehr wegkommt.
Von der Voltastrasse kann man nicht links in die Sternmattstrasse abbiegen. Das heisst: Wer aus dem Quartier heraus oder hinein will, hat schlicht nur noch eine jetzt schon überlastetet Route.
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radtlos
18. Aug. 2026
Kann sein, dass ich den Gedankengang nicht nachvollziehen kann ;) Als Anwohner bin ich jedenfalls sehr dankbar um die Unterbindung des Durchgangsverkehrs, um die Aufwertung von Quartieren und um Velovorzugsrouten. So können auch unsere Kinder sicher Velo fahren und müssen nicht Angst haben von den auf der Mossmattstrasse in die Eschenstrasse einbiegenden riesen Panzer (aka SUV) über den Haufen gefahren zu werden. Viel zu oft kommt es dort zu bränzligen Situationen.
Ziel eines Fahrverbots ist es, dass der Verkehr auf den Hauptachsen nicht als Schleichverkehr in die Quartiere, in welchen Menschen, wohnen, ausweicht. Wenn der Schleichverkehr durch das Quartier fährt, dann verstopft dieser Schleichverkehr die Quartiere. Und dann kommen die Menschen nicht mehr aus dem Quartier raus. Wenn so viele Einzelpersonen das Auto nehmen wollen um die Stadt zu queren, dann sollen sie auch auf der Hauptverkehrsachse im Stau stehen und sicher nicht die Kinder in den Quartieren weiter gefährden und das Quartier weniger lebenswert machen.
Richtig: Von der Voltastrasse kann man nicht links in die Sternmattstrasse abbiegen. Das ist auch sinnvoll. Diejenigen die in Richtung Emmen wollen, können von der Allmend her kommend die HAUPTverkehrsachse Horwerstrasse nehmen und dann auf die HAUPTverkehrsache Obergrundstrasse einbiegen. Die Voltastrasse ist als Verbindung Richtung Tribschen gedacht und sicher nicht als Ausweich-/Schleichroute in Richtung Moosmattstrasse, um dann wieder auf die Obergrundstrasse einzubiegen oder noch viel schlimmer der ganze Ausweichverkehr, welcher über die Moosmattstrasse Richtung Neustadt- und Bleicherstrasse fährt, dort alles vollständig blockiert (Velovorzugsrouten) und wenn es ganz schlimm kommt nicht mal mehr die Feuerwehr durchkommt. Die Autos sollen auf den Hauptverkehrsachsen im Stau stehen. Dort kann bei Blaulichtorganisationen auch viel einfacher Platz gemacht werden als wenn alle Durchgangsverkehr-Autos die Quartiere verstopfen, wo man nicht mehr ausweichen kann.
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Stadt Luzern
18. Aug. 2026
Das kantonale Strassengesetz schreibt vor, dass der motorisierte Verkehr auf das übergeordnete Strassennetz zu führen ist, um die Wohngebiete zu entlasten. Mit dem Fahrverbot wird sichergestellt, dass der Verkehr bis zur Feinerschliessung auf dem übergeordneten Strassennetz bleibt, was auch für Anwohnende gilt. Die Strassenräume im Quartier werden damit entlastet und bieten den vielen anderen Nutzungsansprüchen, die es abgesehen von jenen des MIV's gibt mehr Platz.
Ausgenommen vom Fahrverbot sind die Angehörigen der Feuerwehr im Einsatz sowie Gewerbeanlieferungen für vereinzelte Liegenschaften, die ohne Ausnahmeregelung zu gefährlichen Manövern führen würden.
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radtlos
18. Aug. 2026
Besten Dank für die verständliche Klarstellung :) Das bedeutet noch mehr Sicherheit für die Kinder und Velos, weil so klar ist, von wo vorwiegend der Autoverkehr kommt.
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Stadt Luzern
17. Aug. 2026
Vielen Dank für den Eintrag. Mit der Einführung des Fahrverbots wird das Kleinmattquartier vom Durchgangsverkehr entlastet und die nötigen Voraussetzungen geschaffen, dass eine Begegnungszone im Knotenbereich eingeführt werden kann. Lokale Erhebungen haben im Frühjahr gezeigt, dass der Schleichverkehrsanteil in den Spitzenstunden klar über 50% liegt. Das Fahrverbot leistet daher einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der lokalen Aufenthaltsqualität sowie Verkehrssicherheit und sorgt dafür, dass der Verkehr bis zur Feinerschliessung auf dem übergeordneten Strassennetz bleibt.
Mit der Vortrittsanpassung wird dem hohen Veloverkehrsaufkommen auf dem Freigleis Rechnung getragen. Priorisierungen von Radwegen sind nur gegenüber untergeordneten Nebenstrassen möglich. Bei der Horwerstrasse handelt es sich um eine Kantonsstrasse.
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radtlos
17. Aug. 2026
Vielen Dank für die geplante positive Veränderung!
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velofeedback
18. Aug. 2026
Danke für die Ausführungen.
Zur Querung Horwerstrasse (nicht dieser Eintrag aber wurde hier Thema): Es ist nachvollziehbar, dass bei der Querung der Horwerstrasse bei aktueller Rechtslage und Gegebenheit nicht einfach so Velovortritt gemacht werden kann. Leider gibt es aber, wie erwähnt und in den Einträgen an dieser Querung bei der Horwerstrasse, wirklich sehr viele gefährliche Situationen (nicht nur für Velos). Hier wäre es sehr erstrebenswert einerseits die Sichtwinkel zu verbessern und andererseits auch zu prüfen ob geschwindigkeitsreduzierende Massnahmen möglich sind oder mind. weitere Warnschilder. Sehr schade ist auch, dass v.a. VBL-Busse teils ungebremst durchrasen und nicht mal Fussgänger:innen sehen. Und der Wasserabfluss ist nicht gut. Fussgänger:innen werden regelmässig nass gespritzt (siehe der Eintrag an dieser Stelle).
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