Ich komme schlicht nicht draus!

simsum 10. Aug. 2026

Warum sind da zwei verschiedene rechtsabbiegen für Velo Lichtsignale? Umd warum ist ein „abbiegen für velo erlaubt bei rot“ und dann doch ein signal? Hat aich das ein Verkehrspsychologen mal angeschaut?

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Hier wurden zwei Ampeln für Velofahrende montiert, weil manche Velofahrende auf die MIV-Ampel oben geguckt haben, als es nur die kleine Veloampel unten hatte.

Und weil's zwei Ampeln sind, hat's dann eben auch zwei RABR-Signale. Die Frage, weshalb es ein RABR-Schild hat und dann doch ein Signal ist ebenfalls einfach zu beantworten: Hätte es keine Ampel, bräuchte es kein RABR.

Siehe auch hier: https://www.bikeable.ch/spots/16960

Ob das alles von Verkehrspsychologen beurteilt wurde, wissen wir nicht. Es ist auch zugegebenermassen nicht ganz einfach zu verstehen. Aber es hat seine Richtigkeit und ist absolut gesetzeskonform. Die einzige Möglichkeit für klarere Verhältnisse wäre der Verzicht auf das RABR. Für uns ist das jedoch keine Option.

Was wir nicht verstehen: Wieso es noch Typen gibt, die hier auf dem Trottoir fahren.

23 Kommentare

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reborn

20. Sept. 2026

Ich bog hier kürzlich bei rot fürs Velo rechts ab und wurde dann nur dank einer Vollbremse nicht von einem Auto überfahren. Dieses hatte die Kurve krass geschnitten obwohl es genug Platz hatte. Ich holte sie ein uns sprach sie darauf an. Sie meinten ich sei ja bei rot gefahren, dann hätte ich das verdient. Ich sagte ihnen dass da Rechtsabbiegen bei Rot erlaubt sei aber sie sagten das stimme nicht.

Dies zeigt: die Signalisierung ist nicht nur für Velos sondern auch für Autofahrende nicht verständlich. Ich würde mir wünschen, dass zumindest klarer signalisiert ist, dass die Ampel für das Geradeausfahren gilt.

simulant

20. Sept. 2026

Die Stadt (und im Hintergrund der Bund) versagt hier auf 2 Ebenen:
Einerseits sind die Signale (und Markierungen etc.) so zweideutig und halbgar und andererseits wird an die Adresse des MIVs nichts vernünftig kommuniziert (oder sogar gebüsst): Niemand versteht die Rechtslage bei Velostreifen, RABR, Vorgrün etc. - im Zweifel ist es dann auch sogar an uns Velofahrenden, die Dumpfbacken nach Beinahekollisionen aufzuklären.

So geht es einfach nicht. Macht gefälligst Euren Job, Stadt Zürich.

brummbaer

20. Sept. 2026

RABR heisst ja nicht, das man Blind abbiegen darf. RABR heisst ich darf bei Rot abbiegen, habe aber keinen Vortritt. (gilt auch gegenüber Fussgängern, deren Ampel Grün hat) Das wird leider von einigen Velofahrer vergessen.

simulant

20. Sept. 2026

@brummbaer.

Ja mei. Hier geht es ja nicht darum, dass „reborn“ bei RABR „blind“ abgebogen ist, sondern dass eine dummdreiste und ahnungslose Autofahrerin sackgefährlich die Kurve über den Velostreifen geschnitten hat, wo sie definitiv nichts verloren hat. Und dann noch argumentieren wollen 🤦‍♂️.

Bei allem, was man sich vom MIV gewohnt ist: Sich vor jeder gefährlichen Idiotie zu wappnen, ist unmöglich.

Hier kommt die Stadt ins Spiel, die ihren Job nicht macht: Weder Schutz der Velos per ordentlicher Infrastruktur, noch durch Sanktionierung des MIV und schon gar nicht durch klares Messaging an denselben.

Und kommt mir nicht damit, dass man auf das Verhalten der Ignoranten keinen Einfluss habe - hat man sehr wohl. Klare (und klar kommunizierte) Regeln, präzise Infrastruktur, hohe Bussen bei Fehlverhalten.

reborn

21. Sept. 2026

@brummbaer ja das mit dem Vortritt ist mir bewusst. Wie geschrieben hätte es fürs Auto aber genug Platz gehabt aber die Fahrerin hat die Kurve extra geschnitten weil sie RABR nicht kannte und meinte ich hätte gar nicht fahren dürfen.

michid

21. Sept. 2026

> hätte ich das verdient.
Machen wir jetzt Kratzer bei all den Autos die Veloinfrastruktur blockieren, weil "die haben das ja verdient?" 🤦🏻‍♂️

amateur

18. Aug. 2026

Kam grad ein Artikel im Infosperber, der zeigt, wie viel besser das RABR-Schild in allen anderen Ländern gestaltet ist:

https://www.infosperber.ch/umwelt/signalisation-manchmal-waere-ein-blick-ins-ausland-nuetzlich/

In der Schweiz ist das Prinzip wie immer unauffällige Mutlosigkeit und halbe Sachen! (AUSSER: es geht um Victim Blaming Kampagnen).

simulant

18. Aug. 2026

Der Artikel bringt das Drama um Veloinfrastruktur und -Markierungen auf den Punkt.

Ich möchte nicht wissen, wieviele Monate der Forschung, Beobachtung, Pilotversuche und Testphasen durch Fachpersonen ins Land gingen, um die extraschweizerischen, stadtbildverträglichen aber leider untauglichen RABR Schildchen zu fabrizieren.

In Züri muss man dem MIV und einem Teil der Velofahrenden eigentlich schon beibringen, was Abbiegeverbote, Rotlichter, Velostreifen, -ampeln und -säcke sind. Viel Spass beim Vermitteln dieser RABR Schildchen 🙄.

amateur

18. Aug. 2026

Ich wurde immerhin schon länger nicht mehr von hinten angehupt beim Nutzen des RABR. Vielleicht liegt es am Trick, konsequent das Pfötchen rechts rauszuhalten. Der gemeine Autofahry denkt dann: das kann wohl kein Velorowdy sein 😁

amateur

11. Aug. 2026

Wahrscheinlich hätte man auf die grossen Veloampel verzichten und stattdessen auf Aufklärung setzen sollen. Hallo, du Velomensch, wenn es eine kleine Veloampel hat, dann gilt die für dich. Nur die.

Die Regeln kommen ja vom ASTRA (also vom Bund). Ja, das Symbol für den RABR ist schlecht gewählt. Zu verwechselbar mit dem Gültigkeitspfeil.

Der Bund könnte ja seine Neuerungen auch mal durch Bildungskampagnen unterstützen. Klar findet die Aufklärung _hier_ sehr wohl statt, dank Veloteam. Aber das ist halt Special Interest. Die Masse sieht dann eher Victim Blaming a la Leo Sicuro, "Spiel des Lebens" und Rehe mit Leuchtwesten. Weder Auto noch Velo People werden aktiv informiert über die neuen Regeln.

Ich finde auch nicht, dass die CH-.Signalisation per se schlecht verständlich ist, bzw. schlechter als in anderen Ländern. Schlecht lesbar ist leider vielerorts die Gestaltung der ZH-Infrastruktur, aber das ist ein separates Thema. Daran wird ja durchaus gearbeitet!

Es gibt riesige Probleme in Velo-Zürich, aber hier sehe ich sie nicht.

gravelrider

11. Aug. 2026

Schliesse mich an. Zwei gleiche Veloampeln finde ich verwirrend.

voltshift

11. Aug. 2026

Ich würde als Sofortmassnahme noch eine Hinweistafel machen mit dem Inhalt warum es 3 Ampeln braucht und gesetzteskonform ist. Man hat ja genug Zeit zum lesen während der Ampelphase.

foeschti

11. Aug. 2026

Bei Grün vom Velosignal darf man ja auch geradeaus fahren.... somit ist das RABR-Signal ja "zwingend notwendig"..

Stadt Zürich

11. Aug. 2026

Hier wurden zwei Ampeln für Velofahrende montiert, weil manche Velofahrende auf die MIV-Ampel oben geguckt haben, als es nur die kleine Veloampel unten hatte.

Und weil's zwei Ampeln sind, hat's dann eben auch zwei RABR-Signale. Die Frage, weshalb es ein RABR-Schild hat und dann doch ein Signal ist ebenfalls einfach zu beantworten: Hätte es keine Ampel, bräuchte es kein RABR.

Siehe auch hier: RABR Info

Ob das alles von Verkehrspsychologen beurteilt wurde, wissen wir nicht. Es ist auch zugegebenermassen nicht ganz einfach zu verstehen. Aber es hat seine Richtigkeit und ist absolut gesetzeskonform. Die einzige Möglichkeit für klarere Verhältnisse wäre der Verzicht auf das RABR. Für uns ist das jedoch keine Option.

Was wir nicht verstehen: Wieso es noch Typen gibt, die hier auf dem Trottoir fahren.

Bearbeitet: 11. Aug. 2026, 05:01:57

kamillo3000

11. Aug. 2026

Sommer, Leihrad, Zugezogene aus anderen Kulturregionen, Touris: Aktuell kommen mir gerade auf breiten Velostreifen oft Geisterfahrer entgegen. Auch bei gut organisierten Kreuzungen mit Veloampel queren manche Velofahrende lieber irgendwie quer über 3 Zebrastreifen tlw. bei Rot als einfach regulär anzuhalten.

Fast immer wirken diese Leute auf ihren Velos unerfahren. Manchmal ist es einfach Ignoranz.

Eine anständige Velokultur braucht logische, praktische und durchgehende Infra. Und dann auch etwas Zeit. Und wohl auch etwas Erziehung.

Bearbeitet: 11. Aug. 2026, 07:57:43

kamillo3000

11. Aug. 2026

Fun Fact: Bei anderen Kreuzungen (zB Stauffacher/Seebach) schauen Autofahrende sehr oft einfach auf sie tiefer liegende Veloampel und fahren beim Velovorgrün wenn sie noch Rot haben.

Veloampeln überfordern aktuell beide Seiten.

simulant

11. Aug. 2026

Tja, wenn in Züri die Veloinfrastruktur ne gewisse Logik hätte, könnte man wie in Kopenhagen mit ein paar Verhaltensregeln (auf Flyern und Plakaten) den Touris und einheimischen Honks etwas Anstand und Umsicht beibringen.

Da hier aber alles halbgare Grauzone und mit mixed signaling durchsetzt ist, keine Regeln durchgesetzt werden - weder beim MIV noch bei den Velos - könnt Ihr Euch noch lange fragen, warum die VVRs zugeparkt werden oder keine Signalisation beachtet wird, weder von Autos noch von Velos.

Bearbeitet: 11. Aug. 2026, 08:55:09

Stadt Zürich

11. Aug. 2026

@simulant: Ganz schlecht gealtert, dieser Kommentar ;-) https://www.europesays.com/dk/111213/

Bearbeitet: 11. Aug. 2026, 09:06:52

kamillo3000

11. Aug. 2026

Bei genauerem Nachdenken: Als Touri würde ich diese RABR-Schilder fast sicher falsch verstehen - nämlich als Richtungspfeil, der anzeigt, für welche Richtung die jeweilige Ampel gilt. Hier also beide fürs Rechtsabbiegen. Dieser Punkt ist durchaus valide. Die echte Bedeutung des RABR-Pfeils ist nicht sehr intuitiv.

Edit: Statt CH/ZH Sonderweg wäre mMn die französische und belgische Lösung viel besser gewesen - das Zeichen "Cédez-le-passage cycliste au feu (M12)" in Frankreich bzw. B22 / B23 (Belgien). Viel klarer. Foto ist angehängt im Post.

Bearbeitet: 11. Aug. 2026, 09:59:25

simulant

11. Aug. 2026

@Stadt Zürich
Warum?
Natürlich gibt es in Kopenhagen Konflikte - wurde dort auch schon angepfiffen, weil ich nicht rechts gefahren bin oder beim Anhalten das entsprechende Handzeichen nicht gegeben habe.

Aber es gibt im Hintergrund glasklare Regeln, Common Sense und ein weitgehend durchgesetztes Gesetz, auf das sich die Flyer und Plakate für Auswärtige beziehen können, die sehr präsent sind. Ich hätte als Bewohner auch keinen Bock darauf, wenn sich Touris nicht an Regeln halten, die ziemlich offensichtlich sind und in einer guten Infrastruktur verankert sind.

In Züri wüsste ich gar nicht, was die Grundlagen für irgendwas sein sollten und worauf wir Velohonks behaften könnten.
- Die durchgehende Veloinfrastruktur?
- Das korrekte Fahrverhalten der überwiegenden Mehrheit der Velos?
- Glasklare visuelle Kommunikation?
- Übergeordnete Richtlinien auch bei Baustellen, die auch spürbar sind?
Stattdessen: Kaum Kontrollen weder für Velos noch MIV, Mixed Signaling, Mischzonen (an diesem Spot just auf der anderen Strassenseite), kein spürbares Konzept für Baustellen, defensive Markierungen etc.

Der Unterschied ist: In Kopenhagen ist eher davon auszugehen, dass das Fehlverhalten im Verkehr nicht von den Locals kommt - in Züri gehört es schon fast zum guten Ton, sich als Zürimensch um alles zu foutieren. Da wundern sich eher die Zugereisten.

Ich sage, das hat seine Gründe - und die sind auch in der Infrastruktur und deren sicherheitspolitischen Bewirtschaftung zu suchen.


veloflitz

11. Aug. 2026

War grad kürzlich in Kopenhagen. Habe zuvor den Flyer für Touris gelesen und beim ersten Mal links abbiegen wars tatsächlich etwas ungewohnt.

Aaaberr: Danach funktionierten ALLE Kreuzungen der ganzen Stadt nach derselben Logik. Hats der Touri einmal gecheckt, ist die Regel überall gleich anwendbar.

In Zürich bräucht es *pro Kreuzung* einen eigenen Flyer.

simulant

11. Aug. 2026

@veloflitz This.
„In Zürich braucht es pro Kreuzung einen eigenen Flyer“ 😂🤦‍♂️

zweiracabrio

12. Aug. 2026

Ob das reicht? Es braucht doche jewils einen Flyer aus der Perspektive, woher man kommt und wohin man will an Kreuzungen. Am besten bebildert, damit das verworrenen Geplante entschlüsselt werden kann und man weiss, wo welche Ampeln gelten.

Am besten auch für Autofahris, damit die nicht bei Veloampel-Grün losfahren odr die Velospur verstellen oder den Velotunnel nutzen.