Spiegel im Ulmbergtunell

goldfountain 14. Juni 2026

An beiden Enden des Ulmbergtunells (insbesondere seite Shilhölzlibrücke) ist es sehr Eng und man sieht entgegenkommenden Verkehr wegen der komischen Kurven nicht.
Ich hatte hier schon mehrere Beinahekollisionen trotz ständigem Klingeln als Ankündigung.
Fuss- und Veloverkehr wäre mit einem Spiegel geholfen. Insbesondere, wenn man bereits die Shilhölzlibrücke verbessert :)

Wurde dieser Spot verbessert?

Dieser Spot gilt als verbessert, sobald 3 weitere Personen ihn als verbessert markieren. Alternativ kannst du ein Beweisfoto hochladen.

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Offizielle Antwort
Hier die Antwort, welche wir auf die letzte identische Anfrage gaben:
"Vielen Dank für Ihre Anfrage bezüglich der Anbringung von Bodenmarkierungen und Verkehrsspiegeln im Fussgänger-/Velotunnel (parallel zum Ulmberg-Strassentunnel). Nach eingehender Prüfung der Situation vor Ort kommt die Dienstabteilung Verkehr zu dem Schluss, dass diese Massnahmen nicht notwendig sind.

Spiegel im Tunnel – trügerische Sicherheit
Verkehrsspiegel vermitteln oft ein falsches Gefühl der Übersicht. Studien zeigen, dass sie in engen Bereichen wie Tunnel zu Fehleinschätzungen führen können. Velofahrer und Fussgänger verlassen sich auf die Spiegel und neigen dazu, riskantere Entscheidungen zu treffen. Dies kann das Unfallrisiko erhöhen, statt es zu verringern.

Markierungen – kein Sicherheitsgewinn
Die Anbringung von Bodenmarkierungen ist hier nicht zielführend. In einem Tunnel mit begrenztem Raum und direkter Nutzung durch Fussgänger und Velofahrer – wie diesem – erwarten wir keinen Sicherheitsgewinn. Schlechte Wartung oder unklare Markierungen könnten stattdessen Verwirrung stiften oder zu schnellerem Fahren verleiten, was dem Ziel eines rücksichtsvollen Miteinanders entgegenwirken würde.

Unfallstatistik der letzten zehn Jahre
In den letzten zehn Jahren kam es im Tunnel zu keinerlei Kollisionen. Die wenigen registrierten Unfälle waren Selbst- oder Schleuderunfälle von Velofahrern infolge unangepasster Fahrweise. Das Sicherheitsniveau im Tunnel kann somit als ausreichend hoch eingeschätzt werden.
Aus Sicht der Dienstabteilung Verkehr setzen wir auf Aufklärung und Sensibilisierung. Eine angepasste Geschwindigkeit und gegenseitige Rücksichtnahme sind weitaus effektiver als technische Massnahmen.

Wir danken für Ihr Verständnis."

An dieser Einschätzung hat sich in der Zwischenzeit nichts geändert.

6 Kommentare

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zweiracabrio

17. Aug. 2026

Genau, diese Markierungen am Boden führen zu Verwirrungen, weil da grundlos immer wieder mal in die Mauer abgebogen wird.

Auf einer normalen Strasse wäre ein verwirrender Belag garantiert nicht gestattet.
Weshalb wird es also Velofahrer:innen zugemutet?

Wenn der Gehbereich mit der Bemalung ausgestattet wäre und der Velobereich nur mit gelb gestrichelter Mittellinie, damit hätte ich kein Problem.

chrischrischris

17. Aug. 2026

Seit gestern stimmt die Statistik nicht mehr. Frontalkollision mit Aufgebot von Polizei und Rettungsdienst.

Stadt Zürich

15. Juni 2026

Hier die Antwort, welche wir auf die letzte identische Anfrage gaben:
"Vielen Dank für Ihre Anfrage bezüglich der Anbringung von Bodenmarkierungen und Verkehrsspiegeln im Fussgänger-/Velotunnel (parallel zum Ulmberg-Strassentunnel). Nach eingehender Prüfung der Situation vor Ort kommt die Dienstabteilung Verkehr zu dem Schluss, dass diese Massnahmen nicht notwendig sind.

Spiegel im Tunnel – trügerische Sicherheit
Verkehrsspiegel vermitteln oft ein falsches Gefühl der Übersicht. Studien zeigen, dass sie in engen Bereichen wie Tunnel zu Fehleinschätzungen führen können. Velofahrer und Fussgänger verlassen sich auf die Spiegel und neigen dazu, riskantere Entscheidungen zu treffen. Dies kann das Unfallrisiko erhöhen, statt es zu verringern.

Markierungen – kein Sicherheitsgewinn
Die Anbringung von Bodenmarkierungen ist hier nicht zielführend. In einem Tunnel mit begrenztem Raum und direkter Nutzung durch Fussgänger und Velofahrer – wie diesem – erwarten wir keinen Sicherheitsgewinn. Schlechte Wartung oder unklare Markierungen könnten stattdessen Verwirrung stiften oder zu schnellerem Fahren verleiten, was dem Ziel eines rücksichtsvollen Miteinanders entgegenwirken würde.

Unfallstatistik der letzten zehn Jahre
In den letzten zehn Jahren kam es im Tunnel zu keinerlei Kollisionen. Die wenigen registrierten Unfälle waren Selbst- oder Schleuderunfälle von Velofahrern infolge unangepasster Fahrweise. Das Sicherheitsniveau im Tunnel kann somit als ausreichend hoch eingeschätzt werden.
Aus Sicht der Dienstabteilung Verkehr setzen wir auf Aufklärung und Sensibilisierung. Eine angepasste Geschwindigkeit und gegenseitige Rücksichtnahme sind weitaus effektiver als technische Massnahmen.

Wir danken für Ihr Verständnis."

An dieser Einschätzung hat sich in der Zwischenzeit nichts geändert.

ckzrh

17. Aug. 2026

Danke für die Antwort. Sie stützt sich allerdings auf eine Grundlage, die seit dem 16. August 2026 nicht mehr zutrifft.

Gestern kam es im Tunnel zu einer Frontalkollision. Polizei und Rettungsdienst waren im Einsatz, eine Touristin musste ins Spital. Ich war vor Ort, habe als Zeuge ausgesagt und vorher während 25 Minuten den Verkehr im Tunnel selbst geregelt, um die Verunfallten zu schützen. Dass dies überhaupt nötig war, sagt viel über die Situation vor Ort aus.

Damit ist das zentrale Argument Ihrer Antwort – „In den letzten zehn Jahren kam es im Tunnel zu keinerlei Kollisionen" – überholt. Ich bitte Sie um eine neue Beurteilung, und zwar aus drei Gründen:

1. Die Statistik misst Registrierung, nicht Sicherheit.
Erfasst werden polizeilich registrierte Unfälle. Beinahekollisionen – ich hatte an dieser Stelle mehrere, trotz ständigem Klingeln – erscheinen nirgends. Null registrierte Kollisionen belegt deshalb keine ausreichende Sicherheit, sondern nur, dass es bisher glimpflich ausgegangen ist. Seit gestern gilt auch das nicht mehr.

2. Die Ursache liegt in der Sichtgeometrie, nicht in der Fahrweise.
Sie führen die registrierten Unfälle auf „unangepasste Fahrweise" zurück. An beiden Tunnelenden, insbesondere Richtung Shilhölzlibrücke, sieht man den entgegenkommenden Verkehr wegen der Kurven schlicht nicht. Wer den Gegenverkehr nicht sehen kann, kann seine Fahrweise auch nicht anpassen. Der Tunnel wird stark genutzt, auch von ortsunkundigen Personen und Touristen, welche diese toten Winkel nicht kennen.

3. „Aufklärung und Sensibilisierung" sind an diesem Ort nicht umgesetzt.
Sie schreiben, Sie setzten auf Aufklärung und Sensibilisierung statt auf technische Massnahmen. Im Tunnel selbst findet sich davon nichts: kein Hinweis auf die unübersichtlichen Kurven, keine Aufforderung zu langsamem Fahren, keine Signalisation. Wenn dies die gewählte Strategie ist – welche konkreten Massnahmen wurden hier wann umgesetzt?

Ein Spiegel war ein Vorschlag, nicht die Forderung. Wenn Spiegel aus Ihrer Sicht problematisch sind, bestehen Alternativen: Warnhinweise an beiden Portalen, bewegungsausgelöste Warnleuchten, Verbesserung des Sichtfeldes, Trennung der Fahrtrichtungen, Temporeduktion.

Konkret bitte ich um Antwort auf folgende Fragen:
– Wird der Unfall vom 16. August 2026 in die Beurteilung einbezogen?
– Auf welche Datenquelle stützt sich die Aussage „keinerlei Kollisionen"?
– Auf welche Studien stützt sich die Aussage, Spiegel erhöhten in solchen Tunneln das Unfallrisiko?
– Welche Sensibilisierungsmassnahmen bestehen heute konkret in diesem Tunnel?

Die Shilhölzlibrücke wurde verbessert; der Tunnel ist damit die verbleibende Schwachstelle auf dieser Achse. Ich möchte nicht, dass die Beurteilung erst nach einem Unfall mit schwereren Folgen angepasst wird.

hajdeni

17. Aug. 2026

Warum kann man eigentlich nicht eine der beiden Spuren der stadtauswärts führenden Tunnelröhre in eine Protected Bike Lane umwandeln?

Stadt Zürich

25. Aug. 2026

@ckzrh:
– Wird der Unfall vom 16. August 2026 in die Beurteilung einbezogen?
Ja, wird er, sofern es einen Polizeirapport dazu gibt.

– Auf welche Datenquelle stützt sich die Aussage „keinerlei Kollisionen"?
Wir haben die letzten zehn abgeschlossenen Jahre angeschaut, also 2016 bis 2025.

– Auf welche Studien stützt sich die Aussage, Spiegel erhöhten in solchen Tunneln das Unfallrisiko?
Konkrete Studien sind uns nicht bekannt. Es ist jedoch in der Fachwelt völlig unbestritten, dass Spiegel nicht unproblematisch sind und häufig fehlinterpretiert werden. Siehe auch den Spruch "objects in mirror are closer than they appear".

– Welche Sensibilisierungsmassnahmen bestehen heute konkret in diesem Tunnel?
Keine. Jede unübersichtliche Stelle oder jedes Engnis mit speziellen Hinweisen, Signalen oder Markierungen auszustatten, ist nicht zielführend.
Was jedoch zielführend ist, steht in SVG Art 32 sowie VRV Art 34.

Und zuletzt: Wir haben gestern den Rapport zum Unfall vom 16. August erhalten und erfasst.
Gemäss Protokoll fuhr Velofahrender 1 von der Sihl herkommend die Rampe hoch. Dort kollidierte er mit der Tunnelwand, worauf er auf die linke Seite geriet und dort mit Velofahrer 2 kollidierte. Beim Unfall wurden beide Velofahrenden verletzt.
Dieser Unfall wird natürlich in unsere Beurteilung einfliessen. So wie er ablief, wird er jedoch wenig bis keinen Einfluss auf allfällige Massnahmen haben.